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MOSH und MOAH in Lebensmitteln: Ursachen und Prävention

Mineralöle, insbesondere MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons), gehören zu den am meisten diskutierten chemischen Verunreinigungen in der europäischen Lebensmittelsicherheit. Überwachungsprogramme der nationalen Behörden und der EFSA zeigen seit Jahren, dass diese Stoffe besonders häufig in fettreichen und trockenen Lebensmitteln vorkommen. Obwohl noch nicht für alle Produktgruppen gesetzliche Höchstgehalte festgelegt wurden, ist mittelfristig mit weiteren regulatorischen Verschärfungen zu rechnen. Für QS-Manager bedeutet dies, dass das Verständnis von Kettenrisiken und die strukturelle Durchführung von Analysen entscheidend sind, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und Rufschädigung zu vermeiden.

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Nahaufnahme von Öltropfen in einer Flüssigkeit zur Untersuchung von Zusammensetzung und Qualität.

Was bestimmt das Risiko von MOSH/MOAH in Lebensmitteln?

Das Vorhandensein von MOSH und MOAH ist kein isoliertes Problem, sondern das Ergebnis mehrerer möglicher Kontaminationspfade in der Kette. Produkte mit einer hohen Absorptionskapazität oder Fettmatrix sind besonders anfällig. Getreide, Reis, Kakao, Nüsse, pflanzliche Öle und Schokolade gehören zu den Hochrisikoprodukten, u. a. weil diese Produkte MOSH leicht aufnehmen und speichern. Wegen möglicher genotoxischer und karzinogener Eigenschaften kommt MOAH hier besondere Aufmerksamkeit zu.

Die EU hat sich daher bewusst auf die Lebensmittel konzentriert, die nachweislich zur Gesamtexposition der Verbraucher beitragen. Nicht weil andere Produkte zwangsläufig frei von MOSH/MOAH sind, sondern weil Überwachungsdaten zeigen, dass das Risiko dort bei normalem Gebrauch deutlich geringer oder vernachlässigbar ist.

Kontaminationsrisiken in der gesamten Kette

Bei der Verarbeitung und Produktion sind Kontaminationsrisiken oft an technischen Quellen zu finden. Schmierstoffe in Produktionsanlagen sind ein bekannter Risikofaktor, insbesondere wenn keine H1-zertifizierten Öle mit Lebensmittelqualität verwendet werden. Selbst bei korrekter Anwendung kann es durch Abrieb oder Aerosolisierung bei Prozessen wie Mahlen, Pressen oder Mischen zu einer Übertragung auf das Produkt kommen. Darüber hinaus zeigen Analysen von Zwischenfällen, dass auch Zusatzstoffe, Verarbeitungshilfsmittel und Reinigungsmittel eine Kontaminationsquelle sein können, wenn die Lieferanten ihre Rohstoffe nicht ausreichend kontrollieren.

Weiter unten in der Kette spielen Verpackungen eine strukturelle Rolle: Recyclingkarton und -papier enthalten häufig Rückstände von Mineralölen aus Druckfarben, die - vor allem bei langfristiger Lagerung und bei Fehlen einer funktionellen Barriere - in das Lebensmittel übergehen können. Dieses Risiko ist bei trockenen, saugfähigen oder fettreichen Produkten am größten, aber auch Druckfarben und Beschichtungen geben Anlass zur Sorge.

Auch Lagerung, Transport und Vertrieb sollten als potenzielle Kontaminationsquellen nicht unterschätzt werden. Der Transport von Massengütern in Schiffen, Silos oder Lastwagen kann zu Kreuzkontaminationen führen, wenn sie nicht ausschließlich für Lebensmittel verwendet werden. Darüber hinaus stellen mit Mineralölen behandelte Paletten, Auskleidungen und Container ein zusätzliches Risiko dar, insbesondere bei längerer Lagerung. Darüber hinaus kann die Migration aus Verpackungsmaterialien während des Vertriebs weiter zunehmen, was bedeutet, dass die Kontaminationswerte gegen Ende der Haltbarkeitsdauer höher sein können als zum Zeitpunkt der Abfüllung. Ein integrierter Ansatz über die gesamte Kette hinweg ist daher unerlässlich, um diese Risiken wirksam zu beherrschen.

Verschiedene Nüsse, Hülsenfrüchte und Samen, die als Lebensmittel angeboten werden.

Warum konzentrieren sich die EU-Normen auf bestimmte Lebensmittelprodukte?

Die derzeitigen europäischen Empfehlungen und (Entwürfe von) Normen konzentrieren sich hauptsächlich auf Fette und Öle, trockene Grundnahrungsmittel sowie Säuglings- und Kleinkindernahrung. Dies ist das unmittelbare Ergebnis jahrelanger Überwachung, bei der genau diese Produktgruppen wiederholt erhöhte Werte aufwiesen. Für Babynahrung gelten aufgrund der höheren Belastung pro Kilogramm Körpergewicht und der erhöhten Empfindlichkeit dieser Zielgruppe strengere Anforderungen. Produkte mit hohem Wassergehalt oder kurzer Haltbarkeit scheinen dagegen kaum zur Gesamtaufnahme beizutragen, so dass eine spezifische Normierung (vorerst) fehlt.

Prävention beginnt mit Kettenkontrolle und Analyse

Eine wirksame Kontrolle von MOSH und MOAH erfordert einen kettenweiten Ansatz. Vorbeugende Maßnahmen wie die Verwendung von lebensmittelgeeigneten Schmiermitteln, eine strengere Auswahl von Verpackungsmaterialien und die Anwendung funktioneller Barrieren sind wichtig, aber ohne Überprüfung nicht ausreichend. Analytische Tests bleiben der Eckpfeiler des Risikomanagements. Durch die regelmäßige Analyse von Rohstoffen, Fertigprodukten und Verpackungen erhält der QS-Manager Einblick in Trends, Quellen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen.

Die Integration von MOSH/MOAH in HACCP-Risikoanalysen wird zunehmend als Best Practice angesehen. Darüber hinaus erwarten die Regierungen nachweisbare Belege für Kontrollmaßnahmen, insbesondere wenn Produkte in Risikokategorien fallen, für die europäische Richtwerte festgelegt wurden.

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