Neue Regeln und die Bedeutung rechtzeitigen Handelns
Die neue Richtlinie legt den Schwerpunkt auf die korrekte Anwendung der so genannten vorsorglichen Allergenkennzeichnung (PAL). Dabei handelt es sich um Warnhinweise auf Etiketten, wenn Allergene aufgrund einer Kreuzkontamination unbeabsichtigt in Produkten vorkommen können. Die NVWA betont, dass PAL nur dann verwendet werden sollte, wenn eine gründliche Risikoanalyse ergeben hat, dass der Referenzwert des Allergens überschritten werden kann, und wenn vorbeugende Maßnahmen nachweislich angewendet und dokumentiert wurden.
Das Dokument stellt auch klar, dass nur zwei Formulierungen auf den Etiketten erlaubt sind: "Kann [Allergen] enthalten" oder "Nicht geeignet für Personen mit einer Allergie gegen [Allergen]". Allgemeine Begriffe wie "kann Spuren enthalten" oder "hergestellt in einer Fabrik, die auch ... verarbeitet" entsprechen nicht der Richtlinie. Die QS-Teams sollten außerdem überprüfen, ob die Allergene korrekt angegeben sind, z. B. glutenhaltiges Getreide oder mehrere Nüsse, und ob die Referenzdosen (RfD) für die relevanten Allergene in der Risikoanalyse korrekt verwendet werden. Ein angepasster PAL kann auch in Ausnahmesituationen notwendig sein, wie z. B. bei Produktionsausfällen oder Katastrophen, z. B. weil die Produkte unter anderen Bedingungen hergestellt werden. Dann ist die Verwendung eines zusätzlichen Etiketts zulässig.
Was dies für Ihr Unternehmen bedeutet
Die Kernbotschaft ist klar: Warten Sie nicht bis zur letzten Minute. Die neue Politik erfordert einen integrierten Ansatz für das Allergenmanagement. Beginnen Sie noch heute damit, alle potenziellen Risiken einer Kreuzkontamination zu ermitteln, von den Rohstoffen bis zu den Produktionsanlagen. Stellen Sie sicher, dass die internen Verfahren und die Dokumentation vollständig mit den NVWA-Anforderungen übereinstimmen. PAL-Kennzeichnungen sollten bald nicht mehr nur auf der Verpackung erscheinen, sondern durch gründliche Analysen und konkrete Maßnahmen untermauert werden.
Auch die Zusammenarbeit mit den Lieferanten ist von zentraler Bedeutung. Informationen über mögliche Kreuzkontaminationen in Rohstoffen müssen rechtzeitig zur Verfügung stehen. Die QS-Verantwortlichen haben die Aufgabe, diesen Prozess zu überwachen und zu dokumentieren, damit die gesamte Kette nachweisen kann, dass das Allergenrisiko kontrolliert wird.
Die Bedeutung von Klarheit und Zuverlässigkeit
Für Verbraucher mit Allergien ist der neue Ansatz ein Schritt nach vorn. Die Warnhinweise auf den Produkten werden verlässlicher und transparenter, so dass sie ihre Wahl sicherer treffen können. Für Ihr Unternehmen bedeutet dies, dass die Umsetzung der neuen Politik nicht nur eine rechtliche Verpflichtung ist, sondern auch eine Gelegenheit, das Vertrauen zu stärken und die Marke als verantwortungsvoll und kundenorientiert zu positionieren.
Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass es sich nicht um eine Angelegenheit handelt, die man "später erledigen kann". Die Umstellung auf eine vollständig konforme Kennzeichnung und ein Risikomanagement erfordert Zeit, Planung und systematische Umsetzung. Beginnen Sie jetzt mit der Bewertung von Prozessen, der Schulung von Mitarbeitern, Lieferantenvereinbarungen und der Anpassung von Etiketten.
Benötigen Sie Unterstützung im Lebensmittelsektor?
Unsere Experten denken gerne mit Ihnen mit und helfen Ihnen schnell auf den Weg.