Inline-Prozessvalidierung: der neue Standard für mikrobiologische Sicherheit
Die Prozessvalidierung ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung in der Lebensmittelindustrie. Traditionell basierte die Validierung von thermischen Prozessen - wie Pasteurisierung oder Erhitzung - weitgehend auf wissenschaftlichen Modellen. Man denke nur an Parameter wie P₂ bei 70°C für Listeria monocytogenes, die als verlässliche Referenz für die mikrobiologische Abtötung dienten. Doch dieses Modelldenken ist in der Praxis immer weniger ausreichend. Die Lebensmittelindustrie hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Die Rohstoffe sind vielfältiger, die Rezepturen komplexer und die Erwartungen an die Lebensmittelsicherheit strenger geworden. Außerdem entwickeln sich die Mikroorganismen selbst weiter - sie passen sich ihrer Umgebung an, entwickeln Stressreaktionen und verhalten sich je nach Zusammensetzung des Produkts unterschiedlich. Ein Modell, das vor Jahrzehnten für eine klassische Milchmatrix erstellt wurde, sagt nicht immer korrekt voraus, was heute in einem pflanzlichen Getränk oder Fleischersatz passiert. Daher wächst das Bewusstsein, dass wissenschaftliche Annahmen regelmäßig an der Realität des Produktionsprozesses überprüft werden müssen. Die Inline-Prozessvalidierung wird damit zu einem wichtigen Instrument für die mikrobiologische Sicherheit.